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Die Kleine Glocke, das älteste Kölner Künstlerlokal

Künstler

Die Kleine Glocke, das älteste Kölner Künstlerlokal. Die Kleine Glocke war immer schon Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller, Musiker, Schauspieler und Kölner Bürger. Mit gutem Gewissen kann man die Kleine Glocke als Kölns ältestes historisches KÜNSTLERLOKAL bezeichnen.

Rückblick:
Der 1. Weltkrieg (1914 -1918) für viele Künstler Einschnitt und bittere Erfahrung, die Künstler drängten nach Verarbeitung, die politischen Umwälzungen reflektierend, soziale Themen standen im Vordergrund. Hoffnungen und Utopien entstanden. Am Horizont tauchte DADA auf ... das Zentrum: die Kleine Glocke, hier traf sich die Kölner und rheinische Kunstszene: ihre Köpfe: Heinrich Hoerle, Franz Wilhelm Seiwert, Otto Freundlich, Anton Räderscheidt, Max Ernst und viele andere. Sie nannten sich die "Kölner Progressiven" hier tauschten sie sich aus, ihre Utopie: mit und durch KUNST den Weg bereiten für eine bessere, menschlichere und gerechtere Welt. Die Kleine Glocke also ein Ort der Utopie.

In dieser Zeit vertrauten dieünstler ihre Sorgen und Nöte dem Wirt der Kleine Glocke Jacob "Papa" Dierse an. Er half in jedweder Situation. Zum Dank malten sie die Kleine Glocke aus. Diese Malereien sind vom Fotografen August Sander mehrfach dokumentiert.

Der frühe Tod von Franz W. Seiwert (1933) und Heinrich Hoerle (1936) war ein herber Schlag. Die Verfolgung vieler Künstler durch die Nationalsozialisten folgte, Otto Freundlich als entartet gebrandmarkt, lebte bereits in Frankreich und floh in die Pyrenäen. Anton Räderscheidt floh nach Paris. Otto Freundlich, an ihn sei hier besonders erinnert, konnte nicht entkommen. 1943 wurde er nach Majdanek deportiert und ermordet.
Die Kleine Glocke wurde im Krieg zerstört und 1952 vom legendären Wirt Toni Dierse wieder eröffnet, die Nachkriegszeit und AdenauerÄra, ein neues Kapitel in der Kleine Glocke. Ab den fünfziger Jahren trafen sich hier Zeitungsmacher, Fernsehleute, Kulturschaffende und Kölner Bürger in Augenhöhe, manche sagen: das waren noch Zeiten ...

2006 - ein neues Kapitel in der Geschichte der Kleinen Glocke
Die bei den Umbauarbeiten zufällig freigelegten Wandarbeiten "Liegende mit Glöckchen" und eine "Adenauer-Anspielung" stammen Recherchen zufolge vom Kölner Maler Tonie May und wurden von Elvira Reith rekonstruiert und ergänzt. Aus den 50er Jahren ebenso ein Relief mit den 9 Kölschen Tugenden (Künstler anonym). Die neuen Bleiverglasungen wurden von der Kölner Glasbildnerin Bettina Goerk gestaltet. In der neuen Kleine Glocke wird mit einem "Arno Faust Eckchen" auch an das Urgestein Arno Faust, Karikaturist und Stammgast erinnert. Mit einer HOMMAGE AN DIE KÜNSTLER HEINRICH HOERLE, FRANZ W. SEIWERT UND ANTON RÄDERSCHEIDT erinnert die Kölner Künstlerin Elvira Reith an die " Kölner Progressiven" und ihre Künstlerfreunde mit einer Deckenarbeit.


Renovierung

Die neue Kleine Glocke, ein Ort, an dem wieder Kunst und Kultur, Begegnung und Kölsche Lebensart einen festen Platz in der Kölner Innenstadt, in der Glockengasse, haben.